Student Survey 2022: Gen Z wünscht sich eine „Caring Company“

(© Melanie Vogel) 2022 befragten wir 879 Studentinnen und Studenten bundesweit. Feststellen lässt sich, dass die Mehrzahl der Befragten (63,2%) zwar optimistisch in die eigene berufliche Zukunft blickt. Doch die Befragung zeigt deutlich, dass insbesondere das Social Distancing nachhaltige Verhaltensänderungen hervorgerufen hat. 80% geben an, sich seit der Pandemie zu Hause am wohlsten/am sichersten zu fühlen. 78,7% ermüden sehr schnell, wenn sie unter vielen Menschen sind und für fast die Hälfte der Befragten ist der Angstpegel deutlich höher als vor 2020. Auch das Vertrauen in politische Institutionen, sowie in Wirtschaft und Gesellschaft ist stark gesunken.

Für Arbeitgeber bietet die Studie wichtige Hinweise, wenn es um das Recruiting zukünftiger Talente geht. Für 72,5% ist die Ermöglichung von Work-Life-Balance der ausschlaggebende Faktor, wenn es um die Wahl des Arbeitgebers geht. 69,2% wünschen sich das Gefühl von „Aufgehoben sein“ in einem freundlichen Umfeld und 64,4% suchen den Arbeitgeber nach der „Sinnhaftigkeit der zukünftigen Tätigkeit“ aus. Nicht einmal die Hälfte (45,8%) finden ein gutes Einstiegsgehalt wichtig. Knapp 80% der Befragten möchten bevorzugt bei einem Arbeitgeber einsteigen, der optimale Möglichkeiten für hybrides Arbeiten anbietet. Die Pandemiejahre 2020/2021 zeigen deutliche Auswirkungen, auf die sich die Arbeitgeber mit flexiblen Arbeits- und Zeitmodellen einstellen müssen.

Die Unsicherheit im Außen und die hohe Veränderungsdynamik der letzten Jahre haben das Vertrauen in Institutionen schwinden lassen. Das Bedürfnis ist groß, bei zukünftigen Arbeitgebern einen sicheren Hafen und ein fürsorgendes Umfeld zu finden.

Der „Student Survey 2022“ zeigt sehr deutlich, die Studierenden ein deutliches Misstrauen gegenüber Wirtschaft, Politik und Gesellschaft entwickelt haben. Die Befragten gaben an, dass ihr Vertrauen in die Politik um 64,6%, in die Gesellschaft um 61,8% und ihr Vertrauen in die Wirtschaft um 42,2% gesunken ist.

Auch die Spaltung der Gesellschaft wird von 87,9% der Befragten sehr stark wahrgenommen. Demzufolge ist für 45,6% der Verlust von sozialen Kontakten und dem sozialen Miteinander sehr belastend. Bei 49,7% ist der Angstpegel deutlich höher als 2019 und 75,7% meiden seit der Pandemie große Menschenmengen und werden das auch weiterhin tun.

Die Lebensbedürfnisse der Generation Z sind – basierend auf der Erfahrung einer globalen Pandemie in Verbindung mit den sozialen Einschränkungen über viele Monate hinweg – ideeller Natur. Im Fokus stehen Gesundheit, Sicherheit und menschliche Beziehungen. Angefangen bei der Familie, über Freunde bis hin zum Arbeitgeber. Nicht mehr das schnelle Geld oder eine steile Karriere sind wichtig, sondern gesucht werden Arbeitgeber, die sich kümmern, und die ermöglichen.

Aufgehoben sein, Sinnstiftung, Freiheit, Flexibilität, Selbstbestimmung – das sind die Anforderungen an die Arbeitgeber von heute und morgen.